Resilienz – Gesundheitsfaktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg

pdf Veröffentlichung im faktor magazin

Resilienz (amerik. Resilience: Biegsamkeit, Unverwüstlichkeit) ist ein Begriff, der derzeit Einzug ins Business, die Managementberatung und Personalentwicklung erhält. Was ist gemeint? Resilienz ist die Fähigkeit, persönliche Krisen erfolgreich zu meistern und sogar einen Gewinn für die persönliche Entwicklung daraus zu ziehen. Ursprünglich stammt dieses Konzept aus der Entwicklungspsychologie und wurde für die Frage entworfen, welche Faktoren manche Kinder unter schwierigsten sozialen Umständen nicht scheitern, sondern zu leistungsfähigen und glücklichen Erwachsenen werden lassen.

Eine spannendes Konzept, das nun in Zeiten der Wirtschaftskrisen, des zunehmenden Fachkräftemangels, des aktiven Talentmanagements und der zunehmenden Burnout-Risiken auf die Gesunderhaltung (Salutogenese) gestresster Manager, Führungskräfte oder ganzer Unternehmen. Verräterisch nur, dass die „resiliente Persönlichkeit“ gerne mit dem Stehaufmännchen verglichen wird – Resilienz als konstitutionelle Konstante?

Sicher nicht – Resilienz ist erlernbar! Um was für Faktoren handelt es sich dabei? Diese sind Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Verlassen der Opferrolle, Übernahme von Verantwortung, Netzwerkorientierung und Zukunftsplanung. Irgendwie neu? Eigentlich nicht, alles schon mal gehört!

Neu ist, dass diesem Thema überhaupt mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, dass jetzt die Zeit reif ist, vor dem Hintergrund der neu entstehenden Wertediskussion auch in der Wirtschaft mehr darauf zu achten, nicht nur was, sondern auch wie gewirtschaftet wird: Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Menschen, die tagtäglich ihre Kraft, ihre Ressourcen, ihre volle Aufmerksamkeit für den Erfolg ihres Unternehmen einsetzen? Resilienz als Unternehmenswert und Wachstumschance.

D.h. nicht die Resilienzfaktoren an sich sind meiner Meinung nach das Neue, sondern die wachsende Bereitschaft und das Bewusstsein bei den Entscheidern in der Wirtschaft, sich der Verantwortung für eine gesunde Balance der einzelnen Mitarbeiter wie des gesamten Unternehmens zu stellen, wie es im Bereich Umwelt oder Umgang mit Rohstoffen bereits länger versucht wird.

Aber Vorsicht! Für die resilienzbasierte Neuausrichtung bedarf es eines Paradigmenwechsels der Maximen, soll der Resilienzansatz nicht als weitere neue Sau durchs Unternehmen gejagt werden: Selbstverantwortung, Entschleunigung, Bewusstheit, innere wie äußere Balance, systemisches Denken sind Teile dieses neuen Paradigmas. Das erfordert von der Führungsebene der Unternehmen wie von jedem einzelnen Trainingsteilnehmer Mut, Entschlossenheit, Klarheit und Selbstdisziplin.

Dann ist resilienzbasierte OE vergleichbar mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der Effektivität und Effizienz des Unternehmens auch über den Weg nachhaltiger Mitarbeiter- und Unternehmensgesundheit als langfristigen Wettbewerbsvorteil anerkennt. Erfahrungsgemäß ist ein solcher Veränderungsprozess dann am wirksamsten, wenn die oberste Führungsebene uneingeschränkt hinter ihm steht und in einem Gesamtprozess sowohl einzelne Führungskräfte als auch das System als ganzes von einem unabhängigen Berater begleitet werden.