Kann denn Liebe Sünde sein? oder: High Performer leben gefährlich!

Kann denn Liebe Sünde? Diese Frage besang einst Zarah Leander und erklärte auf verführerische Weise der kleinbürgerlichen Spießermentalität eine klare Absage. Sie wollte sich der Liebe, dem Begehren, dem Augenblick, neudeutsch: „dem Flow“ hingeben, sich fallen lassen und …  niemals bereuen. Jeder, der mal verliebt war, weiß wovon sie singt und wird ihr vermutlich zustimmen. Und jeder, der einmal dabei enttäuscht wurde weiß auch, dass dieses urmenschliche Verlangen nicht immer unproblematisch ist.

Was hat das aber mit High Performance zu tun, mit der Welt des Business, der Wirtschaft? Geht es da nicht viel rationaler, berechnender zu?

Nein! Höchstleistung im Business ist bei weitem nicht ausschließlich Anstrengung, Selbstüberwindung, Disziplin, Kalkül und Kontrolle gegen den inneren Schweinehund. High Performance ist auch Lust, Leidenschaft, Erfolg, Emotion, Anerkennung, ist eben auch … geil!

Als Businesscoach in der Industrie, in Start Ups, im Management begegne ich Menschen, Männern wie Frauen, die für ihre Aufgabe, ihr Projekt, ihre Ideen brennen, die voller Elan und Begeisterung bei der Sache sind und Freude an Leistung, Anstrengung, am Lösen von schier unlösbaren Aufgaben haben, dafür die Anerkennung, Wertschätzung genießen, die ihnen von ihrem Umfeld entgegengebracht wird. Wichtig sein, dazugehören, dabei sein, wenn es um neue, gar disruptive Innovationen geht, ist Anerkennung und Bestätigung, ist die Liebe zu Gestaltung und Verwirklichung.

Dieses Erleben unterscheidet sich nicht sehr von der leidenschaftlichen Liebe, dem frisch Verliebt sein, von denen Zarah Leander singt.

Aber welche Rolle spielt da die Sünde? Wie im Rausch der Liebe sind viele High Performer in der Gefahr, sich und das Gespür für die eigene innere Balance zu verlieren, gar zu verraten. Alles richtet sich nach dem einen Ziel, der nächsten Hürde oder Stufe. Pausen werden da gerne vernachlässigt und wer doch mal zur Ruhe kommt, vielleicht auch nur gezwungener Maßen, der erträgt diese kaum, fühlt sich rastlos, unruhig, getrieben.

Gemeint ist keine Sünde im moralischen Sinne, kein äußeres Beziehungsdrama ist gemeint. Es ist die Versündigung am Selbst durch die Überbetonung einiger Teilaspekte der eigenen Persönlichkeit und der Vernachlässigung anderer, der Befriedigung einzelner Bedürfnisse auf Kosten anderer.

Dass das allzu menschlich ist, liegt daran, wie verführbar der – vielleicht sogar eher der junge Mensch. Ist es doch schön zu spüren, dass man Talent hat, damit wahrgenommen und darin bestärkt, gefördert wird. Aber es braucht eben auch ein gewisses Maß an geistiger Reife, Selbstbewusstsein, persönlicher Umsicht und Reflexionsbereitschaft, will man seine Talente und Leistungsbereitschaft langfristig und sowohl zum eigenen als auch zum Wohle anderer kultivieren und einbringen.

Dann wird die Liebe zur eigenen Aufgabe, zum Segen und nicht zum Strohfeuer und zur Versündigung an der eigenen Bestimmung.

Das Innehalten, die Möglichkeit zur Selbstreflexion, neu sortieren und gewichten, alles eben, was mit persönlicher Reifung zu tun hat, ist Gegenstand meines persönlichen Coachingangebots für Menschen, die gerne Höchstleistung bringen und sich dabei gleichzeitig treu bleiben wollen.

Ich freue mich auf Ihre Resonanz!

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